Besser Schlafen im Schichtdienst

Arbeitet man im Schichtdienst, geht dies oft mit Schlafstörungen einher. Der Wechsel zwischen den Schichten ist eine Herausforderung für den Körper. Was tun?

In Deutschland leisten Millionen von Menschen Schichtarbeit. Ich möchte wetten, dass jede Pflegekraft die folgende Situation kennt. Du hast am nächsten Morgen Frühdienst und gehst halbwegs entspannt ins Bett. So weit so gut! …wenn da nicht der mahnende Wecker wäre, der sagt „Hey, du hast nur noch 5, 4, 3, 2 Stunden zum Schlafen“ und schon bist du mitten drin im lustigen Einschlafkarussell. Am Morgen wacht man völlig gerädert auf, mit dem Gefühl, kein Auge zugemacht zu haben.

Das ist natürlich alles kein Wunder, denn Schichtarbeit ist eine Herausforderung für den gesamten Organismus und kann den Schlaf erheblich stören.

Zugegeben, bei Schichtarbeit gibt es keine perfekte Schlaflösung, aber man kann die Belastungen ein wenig verringern. Der Dienstplan spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Schlafforscher empfehlen daher eine Schichtabfolge von früh nach spät, statt von spät nach früh oder frei zu wechseln und Arbeitsmediziner empfehlen, die Schicht alle drei bis fünf Tage zu wechseln.

Aber natürlich ist der Dienstplan nur eine Stellschraube an der wir drehen können, um zu versuchen, unseren Schlafrhythmus gesünder zu gestalten.

Wo fängt man am besten an? Na klar, im eigenen Schlafzimmer. Denn das sollte unbedingt schlaffreundlich gestaltet sein. Dunkelheit und Stille sind ein absolutes Muss. Wenn ihr zudem auch in Nachtdiensten arbeitet, empfiehlt es sich, auch in Schichten zu schlafen. Also vier Stunden nach dem Nachtdienst und dann noch einmal am Nachmittag zwei bis drei Stunden. Ihr werdet deutlich erholter zum nächsten Nachtdienst gehen.

Den nächsten Tipp kennt ihr bestimmt alle, ist somit ein Klassiker. Ihr solltet vier Stunden vor dem zu Bett gehen weder koffeinhaltige Getränke, noch schwere Mahlzeiten zu euch nehmen, denn ein voller Magen mindert die Schlafqualität. Einschlafrituale können zudem die Reise ins Land der Träume begünstigen. Ob das nun die letzte Folge der Drei Fragezeichen ist, ihr ein spannendes Buch lest oder den Tag in einem Tagebucheintrag Revue passieren lasst, ist ganz eurer Kreativität und Vorliebe überlassen.

Manche KollegInnen trinken zum Einschlafen auch Alkohol. Ja, das hilft sogar, aber nur zum Einschlafen! Das Durchschlafen wird davon jedoch gestört und auch der gesamte Organismus wird eher belastet, als dass es Erholung bringt. Also lieber nicht zum Standard werden lassen!

In diesem Sinne schlaft gut und träumt was Schönes…

Autor: Martin Villeneuve (villeneuve@diakonie-hamburg.de) vom Team Pflege-Blog #mehralspflege