Burnout – Was nun?

Was bedeutet Burnout, woran merke ich, dass ich betroffen sein könnte und wo bekomme ich Hilfe?

Was bedeutet Burnout, woran merke ich, dass ich betroffen sein könnte und wo bekomme ich Hilfe?

Immer wieder sprechen die Medien von der Volkskrankheit Burnout und auch der Pflegeberuf ist hiervon stark betroffen. Doch was bedeutet Burnout, woran merke ich, dass ich betroffen sein könnte und wo bekomme ich Hilfe?

Unter Burnout versteht man den Zustand der totalen Erschöpfung. Dieser kann zur völligen Arbeitsunfähigkeit bis hin zum Suizid führen. Entsprechend wichtig ist es, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen und nicht erst, wenn man diesen Punkt erreicht hat.

 

Symptome des Burnouts

Zu den Symptomen zählen die emotionale Erschöpfung wie das Erleben von emotionaler und körperlicher Kraftlosigkeit sowie die reduzierte Leistungsfähigkeit. Letzteres äußert sich unter anderem in Form von Unzufriedenheit mit der eigenen Person, Versagensängsten und dem Vertrauensverlust in die eigenen Fähigkeiten. Ebenfalls ein Kernsymptom stellt die Dehumanisierung mit ihrer zynischen, abgestumpften und distanzierten Reaktion auf Kunden, Kollegen und die Arbeit dar.

 

Dem Burnout vorbeugen

Um gar nicht erst in diese Spirale zu geraten ist es wichtig, achtsamer mit sich selbst umzugehen und zu erlernen, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen. Die Stressoren müssen erkannt und anschließend dauerhaft reduziert werden. Außerdem sollte jeder seinen inneren Antreiber identifizieren (hier gibt es einen Selbsttest beim Studentenwerk Oldenburg) und auf dieser Grundlage seine innere Einstellung verändern. Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt sind Erholung und Entspannung durch Pausen, Sport und eine gute Work-Life-Balance.

Gemeinsam erzielt man immer bessere Ergebnisse als allein und am Ende gibt es nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Also habt keine Angst davor, euch Hilfe zu holen!

Martin Villeneuve, PPD Beratung für Familie u. Beruf

Hilfe suchen und annehmen

Spätestens wenn man bemerkt, dass man allein nicht mehr weiterweiß, sollte man sich Unterstützung bei der Bewältigung suchen. Ein Blick von außen und professionelle Unterstützung sind in dieser Situation Gold wert. Ein erster Schritt kann es sein, die externen Beratungsleistungen des eigenen Arbeitgebers zu nutzen. Viele größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden diese Möglichkeit an, indem sie diese Leistungen einkaufen, damit die Beschäftigten sie anonym zur Bewältigung arbeitsbezogener oder anderer psychosozialer Probleme nutzen können. Zu den Maßnahmen zählen Prävention, Identifikation und die Behandlung individueller Problembereiche, wozu nicht ausschließlich das Burnout zählt.

 

Am wichtigsten ist es, bereits frühzeitig eine Beratung wahrzunehmen und nicht erst zu warten, bis der Leidensdruck so hoch ist, dass nichts mehr geht. Je früher man erkennt, dass man in ein Burnout steuert, um so leichter kann man diesem noch entgegensteuern. Und vor allem in der Pflege heißt es, Helfen geht nur dann gut, wenn es dem Helfenden gut geht.

 

Als Gesprächspartner zum Thema Burnout hat mir Martin Villeneuve, PPD Beratung für Familie u. Beruf, alle meine Fragen beantwortet.

Autor: Christiane Wolter (wolter@diakonie-hamburg.de) vom Team Pflege-Blog #mehralspflege