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Fortbildung to Go: Erstkontakt Demenz

Drei Fragen und drei Antworten zum Thema `Erstkontakt mit Menschen mit Demenz´ gestellt an eine gerontopsychiatrische Pflegefachkraft und Pflegeberaterin.

Kurz und knapp, drei Fragen und drei Antworten zum Thema Erstkontakt mit Menschen mit Demenz gestellt an Nicole, die als gerontopsychiatrische Pflegefachkraft und Pflegeberaterin in einer Diakoniestation arbeitet. Seid gespannt!

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich das erste Mal auf einen demenziell erkrankten Menschen treffe?

Zeit anhalten! Einen direkten Blickkontakt zum Betroffenen aufnehmen. Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Fröhlich sein und Antworten abwarten.

Wie gehe ich damit um, wenn der demente Mensch nicht das macht, was ich von ihm möchte wie z.B. sich auszuziehen für die Körperpflege?

Auch beim Thema Demenz geht es ganz viel um Respekt. Bei demenziell erkrankten Menschen kann man sich nicht durchsetzen. Das heißt, ich muss versuchen, spielerisch zu arbeiten z.B. mit dem Waschlappen. Manchmal klappt es und manchmal klappt es nicht. Man muss auch davon wegkommen, dass bestimmte Sachen in dem Zeitfenster mit dem demenziell erkrankten Menschen erledigt werden müssen. Manchmal reicht es, wenn man nur ein Fußbad macht und sich der Patient damit viel wohler fühlt, als den Rücken gewaschen zu bekommen. Man muss einfach spielen, aber eben kein Theater oder unehrlich sein, sondern schauen, was möglich ist. Und wenn der Betroffene etwas nicht möchte, dann ist das total in Ordnung.

Wie reagiere ich auf stark verwirrtes Verhalten?

Mit der Wahnhaftigkeit bin ich vorsichtig. Ich bestätige diese nicht und brauche hier auch ganz klar weiteres fachliches Hintergrundwissen. Ich begutachte in dem Moment nur den pflegerischen Teil und kann nicht den ärztlich diagnostischen Part übernehmen. Ich würde den Angehörigen eventuell eine Gedächtnissprechstunde empfehlen und natürlich den Kontakt zu Fachleuten, die bestimmte Erkrankungen nochmals anders einschätzen und differenzieren können. Das obliegt nicht meiner Tätigkeit als Pflegefachkraft. Wichtig ist, dass schnell Fachleute mit hinzugezogen werden und man nicht erst drei Monate auf einer Warteliste steht. Wir müssen uns in diesem Fall dafür einsetzen, dass ein Patient schneller in einer gerontopsychiatrischen Abteilung mit Geriatern diagnostiziert wird. Das gehört ganz klar in Fachhände und da müssen Pflegekräfte wissen, wer kann wie und wo schnell helfen.

Autor: Martin Villeneuve vom Team Pflege-Blog #mehralspflege